MIEDOSA

Anfang September 2005 erhielten wir einen Anruf aus Spanien.
Eine Tierschützerin berichtete uns von einer kleinen Podenca,
die sie bei sich aufgenommen hatte.
Sie hatte die Hündin an einem kaum ein Meter langem Seil angebunden
auf einer Bananenplantage entdeckt. Völlig verängstigt und panisch
versuchte die Kleine sich den ständigen Übergriffen herumstreunender Rüden zu erwehren.
Durch den ständige Stress und die Angst war die Hündin bereit bis auf die Knochen abgemagert.

Am 14.09.2005 nahmen wir Miedosa dann bei uns auf.
Viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Zeit waren nötig
um Miedosa Schritt für Schritt ein Stück ihrer Angst zu nehmen.

Der Kontakt und das Spiel mit Artgenossen förderte Miedosa`s Selbstbewusstsein
und gab ihr ein wenig ihres Selbstvertrauens zurück
und auch ihre übergroße Angst vor Menschen verlor sie mehr und mehr.

Als wir sie dann am 04.02.2006
bei Herrchen gesucht vorstellen konnten, waren wir ganz stolz,
wie ruhig und, für ihre Verhältnisse gelassen, sie den Auftritt bewältigte.

Am 19.02.2006
fand Miedosa dann ihre neue Familie. Hier nun ihr erster Bericht:

Hallo Schnuppy und Co.,
 
Seña (früher: Miedosa) hat sich sehr gut bei uns eingelebt.
Sie entwickelt sich mehr und mehr zu einer kessen, lebhaften Podenca, die sich in ihrem kleinen Podenco-Rudel sichtlich wohlfühlt.
Cariño und Seña haben eine gemeinsame Leidenschaft: Die Mäusejagd!
Zum Kuscheln zieht Seña allerdings Alfonso vor, den wuscheligen und großen Langhaar-Podenco, an den die zarte Podenca sich anlehnen kann.
Die Bach-Blütentherapie spricht gut an und unterstützt Seña auf ihrem Weg, Vertrauen in Menschen und das Leben aufzubauen bzw. zu stärken.
In kleinen aber stetigen Trainingseinheiten bauen wir derzeit erst einmal Selbstvertrauen auf.
Unsere beiden Podenco-Jungs sind hierbei eine große Unterstützung, denn Seña orientiert sich sehr an ihren Artgenossen.
 
Herzliche Grüße
Iris Schneider, Christian Bauer und die Podencos, 28.02.2006

 

Hallo Frau Wiechert,
 
ich möchte Ihnen gerne wieder mal Fotos von Seña und ihren Rudelmitgliedern schicken.
Unserer Podenca geht es gut. Sie ist eine gute Mäusejägerin und eine ebenso gute und aufmerksame "Schülerin", wie man eindrucksvoll auf den Bildern erkennen kann.
 
Seña's Angst vor Menschen sitzt nach wie vor sehr tief, doch wir kommen mit gezielten Trainingseinheiten langsam aber stetig voran. Vor wenigen Tagen begann ich damit, Seña mit der Anwesenheit eines Kindes zu konfrontieren. Ich bat meine Co-Trainerin Dawina, ein Nachbarsmädchen, die mich begleitet, wenn ich mit Kunden unterwegs bin, deren Hunde Angst vor Kindern haben, für einen Waldspaziergang mitzukommen. Dawina ist sehr talentiert, was den Umgang mit Hunden angeht und bewegt sich ausgesprochen kontrolliert.
 
Wir schafften es immerhin, dass Seña nach anfänglicher Panik im Laufe des Spazierganges immer entspannter wurde. Sie schaute interessiert, was Dawina mit den beiden anderen Podencos macht und kam schließlich immer näher.
Nach zwei Stunden Gassi und Beschäftigung aller Hunde konnten meine Co-Trainerin und ich mit großer Freude feststellen, dass Seña in entspannter Körperhaltung auf gleicher Höhe des Mädchens ging und offenbar zumindest für diese Zeit vergessen konnte, was Menschen ihr einmal antaten...
Weitere Fotos vom Podenco-Rudel können unter: www.hundeblueten.de angeschaut werden.
 
Ein schönes Osterfest wünschen
Iris Schneider, Christian Bauer und die Podencos (im April 2006)
 

Hallo Frau Wiechert,
inzwischen sind wir vom Urlaub am Meer zurück, und ich möchte Ihnen gerne berichten, wie es Seña geht.
Unsere Podenca verliert immer mehr die Angst vor Menschen. Am letzten Wochenende suchte sie erstmals von sich aus den Kontakt zu meinem Bruder und lies sich von ihm streicheln!! Auch liegt sie inzwischen entspannt im Körbchen und schläft,
obwohl Besuch im Haus im ist. Im Garten bewegt sich Seña inzwischen selbstbewusst und genießt die Sonne an ihrem Lieblingsplatz zwischen zwei Rosenstöcken.
Und im Urlaub? Im Urlaub am Meer in Dänemark hatten die Podencos einfach nur Spaß!! Wir übrigens auch. ;-)

Das Ferienhaus in Alleinlage mitten im Wald mit kleinem See war wie gemacht für die zivilationsscheue Podenca.
Dort hatten wir absolute Ruhe und konnten Kraft tanken für unsere täglichen langen Spaziergänge und Ausflüge
meist am Meer entlang, wo es immer Neues für die Hunde zu entdecken gab.
Seña und Cariño fanden die Muscheln und Krebse, die in Mengen am Strand zu finden waren, sehr, sehr lecker.
Unser weißer Wildfang raste den Strand rauf und runter und zeigte ein glückliches Lachen dabei. Für unseren blinden Alfonso war es zum Glück überhaupt kein Problem, sich am Meer, trotz zum Teil starkem Wind und Brandung zurecht zu finden. Dem Wasser begegnete er mit Vorsicht jedoch nicht ängstlich und am Strand flitzte er zusammen mit Seña um die Wette. Ein wunderbarer Anblick!

Am Abend waren dann alle glücklich, zufrieden und sehr müde wie das Foto der zwei Kuschelnden im Ferienhaus zeigt.
Ach ja, das Foto der drei aufmerksamen Podencos ist während des Unterrichtes in der Hundeschule entstanden...;-))
Weitere Urlaubsfotos sind bei Interesse auf meiner Homepage zu sehen.
Übrigens erscheint in der nächsten Ausgabe (08/06) der Zeitschrift "Der Hund" mein Artikel über Seña zum Thema: Integration eines Angsthundes ins Rudel.

Herzliche Grüße
Iris Schneider, Christian Bauer und die Podencos

www.hundeblueten.de

 

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